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Umgang mit gehörlosen / gebärdensprachlichen Menschen


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Tipps besonders für Pfarrer und Pfarrerinnen, die keine Gehörlosenseelsorgerinnen sind

Wir geben Ihnen einige Tipps für Gottesdienste in hörenden Gemeinden, in denen gehörlose Menschen teilnehmen, weil hörende Familienmitglieder betroffen sind. In der Regel feiern gehörlose Menschen Gottesdienst in den Gehörlosengemeinden mit.

Bei Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen sind gehörlose Menschen sozusagen "Gast" im hörenden Gottesdienst. Sie können das gottesdienstliche Geschehen für gehörlose Menschen erlebbar machen, wenn Sie wichtige Aspekte im Vorfeld beachten. Bitte beachten Sie auch das Projekt "Dolmetschen" der Evangelischen Kirche in Deutschland, das Sie auf unserer Homepage in diesem Bereich unter "Dolmetschen" finden. Im Rahmen dieses Projektes können Sie nicht immer, aber häufig Gebärdensprachdolmetscher einsetzen und die Kosten über die Bundesebene abrechnen lassen. Hinweis: Berechtigt sind Mitglieder der evang.-luth. Kirche in Bayern.

Zu Ihrer Information

1. Dolmetscher sind immer eine indirekte Kommunikation. Von der Qualität der Dolmetscher hängt die Informationsvermittlung ab. Ein erfahrener kirchlich ausgebildeter Dolmetscher kann Ihre Gedanken adäquat übermitteln. Leider haben wir in Deutschland nur wenige Dolmetscher/innen, die sich im kirchlichen Bereich auskennen. Bitte kontaktieren Sie uns zur Abklärung.

2. Für gehörlose Menschen bedeuten lange Reden eine hohe Konzentrationsanstrengungen, da das Auge schneller ermüdet als das Ohr. Von der Bildhaftigkeit einer Predigt und der Qualität von Dolmetscher/innen hängt viel ab.

3. Lichtverhältnisse sind sehr entscheidend. Abgelesen werden kann vom Mund in einer Entfernung von mehr als 5 Meter max. 30 %, schlechte Lichtverhältnisse verringern diese Prozentzahl erheblich, schlechtes Mundbild ebenso. Die Gebärdensprache kann dagegen zur vollen 100% Übertragung beitragen. Aber auch hier sind die Lichtverhältnisse entscheidend. Deshalb bitte ich Sie, gute Lichtverhältnisse zu beachten. Sowohl Sie als auch der Dolmetscher müssen durch Licht angestrahlt sein. Bitte stellen Sie sich nicht mit dem Rücken vor ein Fenster, da die Lichteinstrahlung von hinten zu Blendung führt und ein Ablesen/Absehen (auch beim Dolmetscher) unmöglich macht.

4. Sie müssen nicht übertrieben langsam reden, aber bitte auch nicht zu schnell. Einige Tipps zur Rhetorik:

5. Bitte beachten Sie immer, dass gehörlose Teilnehmer Sie und den Dolmetscher/die Dolmetscherin anschauen können. Bitte drehen Sie sich nicht mit dem Rücken zu den Besuchern (z.B. um zu beten), senken Sie nicht zu oft den Kopf und versuchen Sie die Augen direkt auf die Besucher zu richten. So halten Sie den "visuellen" Kontakt. Alles andere führt zum Abbruch des visuellen Kontaktes und damit zum Abriss der inhaltlichen Verkündigung.

6. Gerne beraten wir Sie persönlich. Das kann telefonisch erfolgen und mit wenig Zeitaufwand für Sie. Die Beratung ist für Pfarrer und Pfarrerinnen der evang.-luth. Kirche in Bayern kostenlos. Wir sind häufig auch in der Lage Ihnen geschulte Mitarbeiterinnen zur Seite zu stellen.

mehr Information

finden Sie zum Beispiel auch in folgendem Faltblatt: http://www.teilhabe-experten.de/files/downloads/Kommunikation-mit-Gehoerlosen.pdf

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