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Biblische Personen: Kain und Abel

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Die Autorin:
Pfarrerin Annemarie Ritter,
Bayreuth

(1. Mose, Kapitel 4)

Kain und Abel möchte ich vorstellen. In der Bibel steht: Kain und Abel sind die Söhne von Adam und Eva. Kain ist ein Bauer. Abel ist ein Schäfer. Beide bringen Gott ein Opfer. Gott nimmt das Opfer von Abel an. Das Opfer von Kain nimmt er nicht an. Als Abel mit seinem Bruder Kain aufs Feld geht, schlägt Kain den Abel tot.

Was am Anfang der Bibel steht, sind keine Geschichten aus der Vergangenheit. Die Schreiber wollen zeigen: "Schaut – so sind die Menschen. Auch heute noch."

Kain ist ein Mensch mit festem Wohnort. Er hat Haus und Besitz. Abel ist ein wandernder Hirte (Nomade). Er hat keine feste Heimat. Jahrtausende lang sind die Völker im südwestlichen Asien von Land zu Land und von Weideplatz zu Weideplatz gezogen. Die entscheidende Veränderung geschieht, als einige beginnen, Getreide anzusäen und zu ernten. Sie nehmen Boden in Besitz und sperren ihn ab gegen andere. Es gibt jetzt nicht nur wandernde Hirten, sondern auch Land besitzende Bauern. Die Menschen, die Häuser, Dörfer, Städte haben, sind stärker als die Menschen ohne Wohnung. Und sie denken: "Wir sind im Recht. Die anderen sollen verschwinden." Aber Gott steht nicht auf der Seite der Starken und Rechthaberischen. Gott steht auf der Seite der Schwachen, Rechtlosen, Wohnungslosen, Heimatlosen.

Jesus wird geboren als Flüchtlingskind in einer Notunterkunft. Und der erwachsene Jesus ist immer unterwegs. Er hat kein Haus, kein eigenes Bett.

Ich möchte lernen von Abel und von Jesus. Ich möchte mich nicht an meinen Besitz klammern. Ich weiß: Das Wichtigste kann ich sowieso nicht besitzen. Wir besitzen unsere Lebensjahre nicht. Wir besitzen unsere Gesundheit nicht. Wir kommen aus Gottes Hand. Wir leben ein paar Jahre auf der Erde. Wir gehen zurück in Gottes Hand. In der Zwischenzeit ist uns aller Besitz nur auf Zeit anvertraut. Es ist alles geliehen, was wir haben und was wir sind.

Wenn ich es so betrachte, fällt es mir leichter, meine Tür zu öffnen für andere. Ich will lernen, dass mein Besitz auch für die da ist, die nichts haben. "Kain" soll "Abel" nicht töten. "Kain" und "Abel" sollen miteinander leben lernen.

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