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Geschichte

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Geschichte im Zeitraffer

Johann Konrad Wirth (1873-1941) wurde im Jahr 1906 Vereinsgeistlicher bei der Inneren Mission in Nürnberg. Im August 1906 war in Nürnberg der 1. Bayerische Taubstummentag. Gehörlose Teilnehmer klagten: Es fehlt den erwachsenen Taubstummen in Bayern noch immer eine Seelsorge nach ihren Bedürfnissen.

Im Oktober 1906 bat eine befreundete Familie Pfarrer Wirth, einen gehörlosen Mann bei sich aufzunehmen. Pfarrer Wirth erkannte seine Lebensaufgabe: Im religiösen Kontext mit gehörlosen Menschen zu arbeiten.

Im Winter 1906/07 traf Pfarrer Wirth sich an jedem zweiten Freitag abends mit 3 bis 4 gehörlosen Männern zu einem "Taubstummen-Colloquium", eine Art offener Gesprächskreis. Er lernte von ihnen die Gebärden. Sie nahmen jeweils eine Predigt und übersetzten sie in Gebärdensprache.

Am Ostermontag 1907 begann Wirth mit den regelmäßigen Gehörlosengottesdiensten in Nürnberg.

Am 16. August 1908 feierte Pfr. Wirth mit 500 gehörlosen Gottesdienstbesuchern in der alten Matthäuskirche in München/Sonnenstraße einen Festgottesdienst anlässlich des "7. Deutschen Taubstummen-Kongresses".

Der Winter 1906/1907 war damit die Geburtsstunde der evang.-luth. Gehörlosenseelsorge in Bayern wie wir sie heute kennen. Deshalb feiern wir im Kirchenjahr Advent 2006 bis Ende November 2007 unser Jubiläum “ 100 Jahre Gehörlosenseelsorge - der Zukunft begegnen”.

Zu den spannenden Jahren zwischen 1970 und 2007 gibt es zahlreiche geschichtliche Unterlagen, die in den nächsten Jahren systematisch aufgearbeitet werden sollen.

Im Jubiläumsjahr 2007 wurden verschiedene Workshops angeboten, z.B. mit dem Pantomimen JOMI oder mit einem Workshop "religiöse Gebärdenposie" für Fortgeschrittene mit Jürgen Endress. In einem Festgottesdienst am 13. Oktober 2007 mit Landesbischof Dr. Johannes Friedrich und ca. 700 Gottesdienstbesuchern in der Egidienkirche in Nürnberg (plus Direktübertragung in die Turnhalle des Willstädter Gymnasiums) wurde der Blick in die Vergangeneheit gerichtet, vor allem aber der Starschuss für die Zukunft gegeben. In diesem Gottesdienst wurden 16 Lektoren für die 15 Gehörlosengemeinden in Bayern mit ihren insgesamt ca. 2400 Mitgliedern eingeführt und gesegnet, davon 13, die selbst gehörlos sind. Anschließend feierten die bayerischen Gehörlosengemeinden ein Familienfest.

Pfr. Joachim Klenk
Landeskirchlicher Beauftragter für Bayern
Kirchenrat
Quellen zu den Geschichtsdaten u.a. Unterlagen von Pfr. E.Groll,
ehemaliger Gehörlosenseelsorger in München

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